LITERATURWETTBEWERB FÜR JUGENTLICHE

Thema: Die Stimme der Jugend

VIC 31.07. 2026

Saschka ZHURKOV

 

     Der Internationale Tag der Jugend wird von den Vereinten Nationen jedes Jahr am 12. August begangen. Die Hauptziele des Tages sind die wichtige Rolle junger Menschen in Entwicklung und Friedensförderung in Erinnerung zu rufen.

     Die sogenannten UN-Tage (auch internationale Tage oder Welttage) wurden überwiegend von der Vereinte Nationen oder ihren Sonderorganisationen eingerichtet. Sie sind in der Regel keine gesetzlichen Feiertage, sondern Aktionstage, die Aufmerksamkeit auf bestimmte Themen lenken sollen.

     Ihr Zweck besteht darin, das öffentliche Bewusstsein für globale Herausforderungen wie Gesundheit, Bildung, Menschenrechte, Umwelt oder Frieden zu stärken, Wissen zu vermitteln und Diskussionen anzuregen, Regierungen, Schulen, Unternehmen und zivilgesellschaftliche Organisationen zu gemeinsamen Aktivitäten zu motivieren, internationale Zusammenarbeit und den Austausch guter Praxis zu fördern.

     Für junge Menschen können solche Tage einen niedrigschwelligen Einstieg in komplexe Themen bieten. Schulen und Jugendorganisationen nutzen sie beispielsweise für Projekttage, Workshops oder Diskussionsrunden. Dadurch werden Themen, die sonst wenig Aufmerksamkeit erhalten, in den Unterricht oder die außerschulische Bildung integriert.

     Insgesamt dienen UN-Tage weniger dem Feiern als vielmehr der Information, Bildung und Mobilisierung. Sie schaffen einen weltweit wiederkehrenden Anlass, über Themen nachzudenken, die das Zusammenleben und das Gemeinwohl betreffen, und können – insbesondere in Verbindung mit Bildungsarbeit – einen nachhaltigen Beitrag zur Aufklärung junger Menschen und zur Zusammenarbeit von Organisationen leisten.

    Der erste internationale Jugend-Literaturwettbewerb „DIE STIMME DER JUGEND“ 2026 unter der Schirmherrschaft der UNCAV (United Nations Correspondents Association Vienna) ist erfolgreich abgeschlossen. Der Wettbewerb fand in diesem Jahr erstmals im Vienna International Center statt.

    Dem Koordinationskomitee der Veranstaltung gehörten an: DI Abdalla Sharief – Präsident der UNCAV, Mag. phil. Saschka ZHURKOV – Vorstandsmitglied sowie Maria Zelda Rojas – Präsidentin der BSA und Vorsitzende des European Network of Filipino Diaspora Austria (ENFiD – Austria) und Vorstandmitglied. Moderation: Alessandra Inge Zhurkov

    Die Initiative gab jungen Menschen aus aller Welt die Möglichkeit, ihr Wissen und ihr Verständnis für die Vereinten Nationen unter Beweis zu stellen. Ziel des Wettbewerbs ist es, das Bewusstsein junger Menschen für die Ziele, Aufgaben und Aktivitäten der Vereinten Nationen zu stärken und sie dazu zu ermutigen, sich mit globalen Herausforderungen und Zukunftsaussichten auseinanderzusetzen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter zwischen 14 und 19 Jahren hatten die Möglichkeit, einen Essay in englischer oder deutscher Sprache zu verfassen und dabei aus sechs vorgegebenen Themenbereichen zu wählen:

Essaythemen zur Auswahl:

– „Diplomatie ist die Kunst, ohne Krieg zu gewinnen“

– „Wenn die Natur sprechen könnte, was würde sie uns sagen?“

– „Kann Künstlerische Intelligenz moralisch handeln?“

– „Heimat – ein Ort, ein Gefühl oder eine Entscheidung?“

– „Was bedeutet Solidarität heute?“

– „Die Welt, die wir verdienen“

Essay Topics to choose from:

– “Diplomacy is the art of winning without war”

– “If nature could speak – what would it tell us?

– “Can artificial intelligence act morally?”

– “Homeland – a place, a feeling, or a choice?”

– “What does solidarity mean today?”

– “The world we deserve”

Am 31.07.2026 wurden im VIC, UNO City Vienna, die Gewinner des UNCAV-Wettbewerbs „Stimme der Jugend“ 2026 mit Plaketten und Certificate ausgezeichnet:

First Prize

Lora BOCHEVA – Heimat – ein Ort, ein Gefühl oder eine Entscheidung“

“Oft wird Heimat mit einem bestimmten Ort verbunden. Das können die Straßen der Kindheit, bestimmte Gerüche, Landschaften oder vertraute Parks sein. Dieser Ort prägt Erinnerungen und weckt Nostalgie. Wenn ich heute dorthin zurückkehre, scheint alles kleiner geworden zu sein. Die Wege, die Bäume, sogar die Entfernungen. Nur die Erinnerungen sind gewachsen.

Oft wird Melancholie zwar als etwas Negatives betrachtet, doch für mich besitzt sie auch etwas Schönes. Sie erinnert uns daran, dass bestimmte Momente so wertvoll waren, dass wir sie vermissen. Als ich die Sitzbank wiedersah, musste ich lächeln und schlucken zugleich.“

Second Prize

Despina Ilieva – „Homeland – a place, a feeling, or a choice?”

“To me, homeland is not a fixed geographical location. Instead, it can be the country where you were born, the place where your heart and soul belong or the path you choose for your future. As far as I am concerned, Bulgaria represents the country I was born and raised, Armenia reflects my roots and cultural identity, and Spain is the land I am opting for my future development in terms of career and personal life.

First and foremost, comes Bulgaria, the country where my journey in life began. The most important and meaningful things I have learned came from Bulgaria. Living there gave me a strong start in my personal journey, providing me with a solid education and a sense of discipline. I grew up surrounded by Bulgarian literature, traditions and history, all of which have deeply shaped my character and upbringing.”

Third Prize

Safa FAKHIRI – „2 x ½ = 2 Ich bin nicht halb – halb…ich bin doppelt“

„Heimat. Heimat ist doch ein Begriff, der für uns alle klar definiert ist, oder? Nein, nicht für uns alle. Wer entscheidet eigentlich, was meine oder deine Heimat ist? Liegt das an uns oder ordnen uns andere ein? Wenn ich das wirklich entscheiden könnte und das dann andere auch akzeptierten, dann wäre vieles anders. Meine Eltern stammen aus zwei komplett unterschiedlichen Ländern und man könnte meinen, das sei ein Geschenk. Ist es auch. Meine Mutter ist aus Österreich und mein Vater ist aus Marokko. Heutzutage wird man oft schon im ersten Gespräch gefragt: “Und? Wo kommst du her?” Mein Kopf beginn fieberhaft zu überlegen: “Was sag ich jetzt? Was soll ich sagen, damit mich die Person akzeptiert?”

…Ich fahre zweimal im Jahr nach Marokko, um meine Oma zu besuchen. Dort werde ich aber auch als fremd betrachtet. Niemand kann mir vorschreiben, wo ich mich wohlfühle. Ich entscheide, wo ich zuhause bin. Warum sollten es dann nicht zwei Länder sein? Sie nennen mich halb-halb. Aber bin ich das? Ich bin doch nicht weniger “Marokko”, weil ich aus Österreich bin, und umgekehrt doch sicher auch nicht. Ich bin nicht halb-halb… ich bin doppelt! Ja, ich bin doppelt und darauf bin ich stolz.“

Special Award

Yuliya GOCHEVA – „Die Welt, die wir verdienen“:

„Diese Worte fangen das tatsächliche Gleichgewicht zwischen Skepsis und Hoffnung perfekt ein. Die Menschen träumen auf ihre eigene Weise der Zukunft, doch im Grunde sehnt sich, wenn die Welt um uns herum zu groß erscheint für die Möglichkeiten des Einzelnen, trägt doch jeder von uns die Verantwortung, zu versuchen, sie zu verändern, denn unsere persönliche Entscheidung zwischen dem Guten und der Gleichgültigkeit bestimmt den bleibenden Abdruck, den wir auf der Erde hinterlassen. Und das ist definitiv eine Frage des Bewusstseins! Und deshalb frage ich mich manchmal, ob eine solche ideale Welt überhaupt existieren kann? Vielleicht wird die Welt

Erst dann besser, wenn wir selbst anfangen, nach den Werten zu leben, die wir bei anderen sehen wollen.“

    Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie die Gäste des Wettbewerbs besichtigten die wertvolle Kunstsammlung des Vienna International Centre (VIC). Die Kunstwerke befinden sich sowohl im Gebäudeinneren als auch in den Außen- und Hofbereichen der UNO-City in Wien.

    Die Sammlung umfasst zahlreiche gestiftete Exponate, Skulpturen und Statuen aus verschiedenen UN-Mitgliedstaaten weltweit. Darüber hinaus sind bedeutende Werke österreichischer Künstlerinnen und Künstler vertreten, darunter Friedensreich Hundertwasser, Alfred Hrdlicka, Hermann Nitsch, Maria Lassnig und Max Weiler.

    Das offizielle Mittagessen für die Preisträger fand auf Initiative der Vereinigung der UN-Korrespondenten in Wien (UNCAV) unter dem Vorsitz von Generalsekretär Hermann Kroiher im Vienna International Centre (VIC/UNO) statt.

    Die Veranstaltung fand in einer herzlichen und freundschaftlichen Atmosphäre statt und bot Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen, zum Meinungsaustausch sowie zu interessanten Diskussionen zwischen den Preisträgern und ihren Gästen.