WELTTAG DER PRESSEFREIHEIT UND DIE ROLLE DES UNABHÄNGIGEN JOURNALISMUS BEI DER STÄRKUNG DER DEMOKRATIE UND DEM SCHUTZ DES RECHTS DER BÜRGER AUF VERLÄSSLICHE INFORMATIONEN

Saschka ZHURKOV
Zum dritten Mal veranstaltete die UNCAV (United Nations Correspondents Association
Vienna) ihre Konferenz zum Internationalen Tag der Pressefreiheit. Die Feier des
Weltpressefreiheitstages (3. Mai) ist von grundlegender globaler Bedeutung und dient nicht
nur als Berufsfeiertag, sondern auch als wichtiges Instrument zum Schutz demokratischer
Werte.
AUF IHRER KONFERENZ im VIC UNO-City Vienna am 04.05.2026 stellte die UNCAV
(United Nations Correspondents Association Vienna) drei aktive Verfechter der
Meinungsfreiheit in den Medien vor: Mag. Gerhard Reiweger, Botschafter a. D. und
ehemaliger stellvertretender Direktor der Diplomatischen Akademie, Frau Olga-Jaklin Nour
Sadik Al-Ahmed, Journalistin, sowie Herrn Scott Griffen, Geschäftsführer des Internationalen
Presseinstituts (IPI).
Die Konferenz wurde von UNCAV-Präsident DI Abdalla Sharief eröffnet, der die
Teilnehmer und Gäste begrüßte und ihnen für ihre Anwesenheit dankte. Zudem richtete er
einen besonderen Dank an das Organisationsteam, die Sponsoren sowie alle Mitwirkenden,
die diese Veranstaltung überhaupt erst ermöglicht haben.
Auslandskorrespondenten spielen eine entscheidende Rolle dabei, der Welt das Geschehen
jenseits ihrer Grenzen zu erklären, indem sie Fakten und Kontext liefern und dabei oft unter
gefährlichen Bedingungen arbeiten.
Die Botschaft zum Welttag der Pressefreitag des UNO – Generalsekretärs António
Gutteres, wurde von Frau Sonja Wintersberger, amtierende Leiterin des
Informationsdienstes der Vereinten Nationen (UNIS) vorgestellt. In ihrer Ansprache
wurde betont, „dass das erste Opfer im Krieg die Wahrheit ist. Doch viel zu oft sind die ersten
Opfer die Journalistinnen und Journalisten, die alles aufs Spiel setzen, um wahrheitsgetreu zu
berichten. Fünfundachtzig Prozent der an Journalistinnen und Journalisten begangenen
Verbrechen werden nicht untersucht und bestraft – ein unannehmbares Maß an Straflosigkeit.
Alle Freiheiten hängen von der Pressefreiheit ab. Ohne sie gibt es keine Menschenrechte,
keine nachhaltige Entwicklung und keinen Frieden.
Nützen wir den diesjährigen Welttag der Pressefreiheit, um die Rechte der Journalistinnen
und Journalisten zu schützen und eine Welt zu schaffen, in der die Wahrheit und diejenigen,
die darüber berichten, sicher sind.“
Es folgte eine Videobotschaft von Frau Mariya Gabriel an die UNCAV-
Korrespondenten sowie eine Grußbotschaft von Frau Maria Gabriel, UNESCO
Assistant Director-General für Kommunikation und Information.
Frau Gabriel hielt sich im Rahmen einer offiziellen Mission zur Weltkonferenz zum Tag der
Pressefreiheit 2026 in Lusaka, Sambia, auf. Angesichts der Bedeutung, die sie der Initiative
beimisst, übermittelte sie dennoch eine vorab aufgezeichnete Videobotschaft.
Sie betonte die entscheidende Rolle des unabhängigen Journalismus für die Sicherung von
Frieden, demokratischer Regierungsführung und nachhaltiger Entwicklung. Im März 2026
übernahm sie die Position der stellvertretenden Generaldirektorin und leitet seither die
UNESCO-Initiativen zu Meinungsfreiheit, digitaler Governance und Medienentwicklung.
Als ehemalige EU-Kommissarin (2017–2023) und stellvertretende Ministerpräsidentin
Bulgariens bringt sie umfassende Erfahrung in Strategien und Innovationen der digitalen
Wirtschaft in ihre Kommunikationsarbeit bei der UNESCO ein.
Mag. Gerhard Reiweger hielt die Keynote-Präsentation mit dem Titel: „Diplomatie
erfordert Diskretion, Journalismus erfordert Transparenz“.
Diese Aussage beschreibt treffend den grundlegenden Unterschied in der Berufsethik und
den Zielen beider Bereiche: Diplomatie erfordert Diskretion: Außenpolitik basiert oft auf
vertraulichen Verhandlungen, Feinabstimmungen und Konfliktprävention. Ein hohes Maß an
Vorsicht, das Zurückhalten von Details bis zum Erreichen einer Einigung sowie Umsicht sind
notwendig, um Staatsziele zu erreichen, ohne Spannungen zu verschärfen. Journalismus
erfordert Transparenz: Die Aufgabe der Medien ist es, die Öffentlichkeit zu informieren,
Kontrolle auszuüben und Rechenschaft einzufordern. Meinungsfreiheit, Transparenz und
Faktenprüfung sind die Grundlagen des Journalismus und ermöglichen die Ausübung der
Menschenrechte sowie die Kontrolle der Regierung.
Gleichzeitig interagieren diese Bereiche: Diplomaten benötigen die Unterstützung der
Medien, um ihre Positionen zu vermitteln, und internationale Journalisten verfolgen ihre
Schritte und fordern Klarheit in den internationalen Beziehungen.
Auch eine Botschaft des International Press Institute (IPI) wurde verlesen:
„Perspektiven für Zivilgesellschaft und Medien“, vorgetragen von Scott Griffen,
Geschäftsführer des IPI.
Die Perspektiven von Zivilgesellschaft und Medien sind eng miteinander verknüpft: Die
Entwicklung zivilgesellschaftlicher Institutionen (NGOs, soziale Bewegungen) hängt von der
Unabhängigkeit der Medien ab, die über deren Aktivitäten berichten, die öffentliche Meinung
prägen und der Regierung Rückmeldung geben. Die Entwicklung der Zivilgesellschaft ist
ohne objektive und unabhängige Medien, die gesellschaftliche Prozesse ohne Einmischung
von oben begleiten können, unmöglich. Die Perspektiven liegen in der Schaffung von
Partnerschaften zwischen qualifizierten NGOs und professionellen, freien Medien zur
nachhaltigen Entwicklung demokratischer Institutionen.
Olga-Jaklin Nour Sadik Al-Ahmed ist eine bulgarische Journalistin, Publizistin,
Übersetzerin und PR-Spezialistin sudanesischer Abstammung. Sie wurde mit 38 Preisen
für herausragende Leistungen im Journalismus und in der Öffentlichkeitsarbeit ausgezeichnet.
Im Jahr 2023 wurde sie für ihre „äußerst objektive Berichterstattung über das Erdbeben in
Syrien und der Türkei sowie den Krieg im Sudan“ geehrt. Außerdem erhielt sie den „Preis für
soziale und kulturelle Beiträge“ der Women Leaders Awards für ihren Einsatz zum Erhalt des
bulgarischen Kulturerbes.
Ihr Thema lautete: „Die Komplexität des Arbeitens in einem fremden kulturellen und
politischen Umfeld“. Ihr Leitprinzip lautet: „Journalismus kennt keine Grenzen, aber er birgt
gemeinsame Risiken.“ Frau Al-Ahmed betonte: „Wir sind hier, um die Augen und Ohren des
Friedens zu sein, wo Schweigen gefordert wird. Unsere Sicherheit ist keine persönliche
Angelegenheit, sondern eine Garantie dafür, dass die Wahrheit ans Licht kommt. Olga-Jaklin
Nour Sadik Al-Ahmed aus Bulgarien erhielt ein Zertifikat für ihre erfolgreiche Arbeit als
internationale Journalistin, dass ihr von Frau Sashka Zhurkov, Vorstandsmitglied der
UNCAV sowie Verlegerin und Chefredakteurin der zweisprachigen Zeitungen: „Виена днес
– Wien heute“ und „Нов Дунавски Вестник – Neue Donau Zeitung“, überreicht wurde.
Die Konferenzmoderatorin Sonia Zorrido beeindruckte durch ihre hervorragende
Vorbereitung, ihre Professionalität sowie ihre sprachliche und interkulturelle Kompetenz.
Ebenso überzeugte sie durch persönliche Qualitäten wie Stressresistenz, diplomatisches
Geschick und hohe Konzentrationsfähigkeit, mit denen sie die Aufmerksamkeit des
Publikums und der Redner über mehrere Stunden hinweg fesselte.
Frau Ivana Kostadinova, Direktorin der Stiftung „Kleiner Zograf“ in Sofia, nahm
ebenfalls mit einer interessanten Präsentation und einer Ausstellung von Kinderzeichnungen
aus aller Welt teil. Die Gratulationen galten den Kindern als wahre Botschafter des Friedens
und der Völkerverständigung durch die Kunst.
Der offizielle Teil wurde durch wunderbare musikalische Einlagen aufgelockert, die die
Teilnehmer zusätzlich begeisterten. Die Mezzosopranistin Yonka Dragomanska sang
brillant Bizet’s Carmen Habanera und die Klavierprogram: Walzer mit Motiven von Evgeni
Doga und Dmitri Schostakowitsch wurde vom talentierten Maestro Tefik Suleymanov
gestaltet.
Im Namen aller Teilnehmenden und Gäste möchte ich dem Programmkomitee: Abdalla
Sharif, Saschka Zhurkov und Marizel Rojas aufrichtigen Dank für die äußerst informative,
hochaktuelle und bis ins kleinste Detail hervorragend geplante Organisation aussprechen. Ihre
Professionalität und herzliche Gastfreundschaft haben wesentlich dazu beigetragen, dass sich
alle Referierenden und Gäste willkommen, wohl und bestens betreut fühlten.
Ein besonderer Dank gilt Alessandra Inge Zhurkov für ihre herausragende technische
Unterstützung. Mit großem Engagement und hoher Kompetenz hat sie die technische
Organisation koordiniert und sämtliche technischen sowie organisatorischen
Herausforderungen im Zusammenhang mit der Kommunikation und den Präsentationen der
Teilnehmenden erfolgreich und souverän bewâltigt.

