Claire Aho, Pionierin der finnischen Fotografie zum hundertsten Geburtstag
Wien, 10.Februar 2026
Innovation und Creativität – zwei Begriffe, die in Finnland mit Leben erfüllt werden und die für das Land charakteristisch sind. Das gilt für alle Bereiche der Kultur, der Wissenschaft, des Sportes oder einfach auch der Originalität. Die Finnen betreiben es mit Hingabe, Überzeugung und Professionalität und die Resultate können sich sehen lassen.
Claire Aho ist sicher die prominenteste Vertreterin der finnischen Fotografie und hat die Entwicklung maßgeblich beeinflußt. Geboren wurde im November 1925 in Helsinki als die Tochter des finnischen Filmregisseurs Heikki Aho (Sohn des finnischen Nationalautors Juhani Aho und seiner Künstlergattin Venny Soldan-Brofeldt ). Claires Mutter, Dinah Selkina, war eine in Litauen geborene Tänzerin. Ihre Karriere begann sie in den 1940er Jahren bei der Firma Aho & Soldan , die sich im Besitz ihrer Familie befand. In den 1950er und 1960er Jahren gehörte sie zu den Pionierinnen der Farbfotografie in Finnland.
Der einhundertste Geburtstag war also ein gebührender Anlass für die finnische Botschaft in Wien, dieses Ereignis mit einem Publikum aus Diplomatie und Kultur zu feiern. Jussi Brofeldt, der Sohn der Künstlerin und Gründungsvorsitzender der „AHO & SOLDAN Photo and Film Foundation“ kam dafür eigens nach Wien, um dem interessierten Publikum das Lebenswerk seiner Mutter und die Tätigkeiten und Pläne seiner Gesellschaft näher zu erläutern.

Botschafterin Nina Vaskunlahti erwähnte neben den Verdiensten, die sich Claire Aho für die finnische Fotografie erworben hatte auch die Tatsache, daß sie nach der Unternehmensgründung in den folgenden Jahrzehnten eine echte Vorreiterin in der von Männern dominierten Welt der Fotografie war. Als Fotografin interessierte sie sich für eine Vielzahl von Themen, von Mode, der Gastronomie bis hin zu Werbung. Claire Ahos Bilder waren als Leihgabe bei den Vereinten Nationen in New York, Genf und Nairobi und auch in finnischen Botschaften auf der ganzen Welt ausgestellt.

Die Ausstellung in der finnischen Residenz in Wien wurde in Kooperation mit Caroline Kenyon, Gründerin von World Food Photography Awards organisiert. In ihrem Unternehmen hat sie eine eigene Kategorie mit dem Namen „Claire Aho Award for Women Photographers“ eingerichtet. Frau Kenyon erwähnte in ihrer Ansprache auch Claire Ahos Einfluß auf die Lebensmittel-Fotographie. Ihre Zukunftsperspektive, ihre Motivation und Überzeugung von der Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit ihrer Arbeiten gab sie den jungen Künstlerinnen und Künstlern quasi als Vermächtnis mit auf dem Weg.

Der anschließende Empfang war ein Feuerwerk der finnischen Gastronomie: phantasievolle Nouvelle Cuisine, Naturprodukte kunstvoll aufbereitet, begleitet von österreichischen Weinen und Champagne Taittinger, ein wahrer Augenschmaus und ein Genuss für den Gaumen.
Hermann Kroiher
