{"id":18915,"date":"2026-04-22T19:45:55","date_gmt":"2026-04-22T19:45:55","guid":{"rendered":"https:\/\/uncav-vienna.org\/?p=18915"},"modified":"2026-04-22T20:12:21","modified_gmt":"2026-04-22T20:12:21","slug":"beziehungen-oesterreich-niederlande","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/uncav-vienna.org\/?p=18915","title":{"rendered":"Beziehungen \u00d6sterreich \u2013 Niederlande"},"content":{"rendered":"<p><strong><span style=\"font-size: 14pt;\">Beziehungen \u00d6sterreich \u2013 Niederlande<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Beide L\u00e4nder werden gepr\u00e4gt von ihrem \u00fcber 500j\u00e4hrigen Beziehungsgef\u00fcge und ihrer langen gemeinsamen und sehr abwechslungsreichen Geschichte.<\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-size: 14pt;\">Historischer R\u00fcckblick<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Am Anfang der vielf\u00e4ltigen Verbindungen zwischen \u00d6sterreich und den Niederlanden stand die Heirat von Maria von Burgund und Maximilian von \u00d6sterreich anno 1477. Sie dokumentiert eine entscheidende au\u00dfenpolitische Wende: Karl V., Enkel von Maximilian I. beeinflusste das Weltreich und somit die spanischen Niederlande gerade auch durch die Teilung seines Weltreiches in zwei Teile. Anscheinend hat er neben Spanisch besser Fl\u00e4misch gesprochen als Deutsch. Allerdings war das gro\u00dfe Problem der Glaube -Katholizismus gegen Protestantismus.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Zur traditionellen kontinentalen Ausrichtung der Habsburger gesellten sich nun westeurop\u00e4ische Interessen, die auch weitreichende kulturelle Folgen zeitigen sollten.\u00a0 Das neue Dreieck Wien \u2013 Antwerpen\/Leiden \u2013 Prag wurde f\u00fcr etwa zwei Jahrhunderte zum bestimmenden Faktor in der geistigen und k\u00fcnstlerischen Gestaltung Europas.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Ende des 16. Jahrhunderts kam es zum Aufstand gegen die Habsburger: Die gem\u00e4\u00dfigten Kr\u00e4fte sprachen sich f\u00fcr die Landeseinheit aller 17 Provinzen aus, um gemeinsam gegen die habsburgische Herrschaft vorzugehen. Doch daraus wurde nichts. Denn 1579 vereinigten sich die s\u00fcdlichen Provinzen und schlossen Frieden mit dem habsburgischen K\u00f6nig Philipp II.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Kurz darauf unterzeichneten die n\u00f6rdlichen Provinzen den Unionsvertrag von Utrecht und setzten 1581 Philipp II. als Landesherrn ab. Als die s\u00fcdlichen Niederlande 1585 von spanischen Truppen erobert wurden, stand die Grenze zwischen Nord und S\u00fcd endg\u00fcltig fest.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Kurz vor Ende des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges besiegelte der Friede von M\u00fcnster im Mai 1648 diese schlie\u00dflich auch v\u00f6lkerrechtlich. Die n\u00f6rdlichen Niederlande erhielten die Staatsform einer Republik, die gut funktionierte. Die Habsburger, denen das heutige Belgien verblieb, waren zwar mittlerweile jene des spanischen Zweiges, aber sie unterhielten gute Kontakte zur \u00f6sterreichischen Linie. Es verwundert daher nicht, dass die Beziehungen zwischen der katholischen Habsburgermonarchie und der progressiven Republik mit ihrem ausgepr\u00e4gten Handelsinteresse und der Vorherrschaft des Kalvinismus ziemlich frostig waren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Nach der Etablierung der habsburgischen Herrschaft \u00fcber die burgundischen Niederlande kam die Abtrennung der n\u00f6rdlichen Niederlande, mit dem Westf\u00e4lischen Frieden 1648 erfolgte die internationale Anerkennung der neuen Republik der Vereinigten Niederlande und die Vereinigten Provinzen der Niederlande wurden unabh\u00e4ngig.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Nach dem Frieden von Utrecht (1713) fielen die Gebiete der vormaligen Spanischen Niederlande \u2013 das heutige Belgien und Teile Luxemburgs, aber auch Einflusssph\u00e4ren in den heutigen Niederlanden \u2013 an das Haus Habsburg. Ber\u00fchmte Pers\u00f6nlichkeiten wie Prinz Eugen von Savoyen oder Karl von Lothringen dienten dort als Generalstatthalter f\u00fcr Wien.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">\u00d6sterreich war (mit seinen \u00d6sterreichischen Niederlanden) einige Zeit sehr bedeutend in der Region und sp\u00e4ter auch ein geographischer Nachbar. Die Pl\u00e4ne von Maria Theresias Vater, einen \u00f6sterreichischen Seehafen an der Schelde zu bauen und anlehnend an die Ostindienkompanie der Engl\u00e4nder auch eine Gesellschaft zu gr\u00fcnden, die \u201eOstender Kompanie\u201c (gegr\u00fcndet 1722 von Kaiser Karl VI), h\u00e4tte durchaus Potenzial gehabt, das Fortbestehen der \u00f6sterreichischen Niederlande dauerhaft abzusichern.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Interessant war auch ein Schachzug Josephs II: Er hatte mit den bayrischen Wittelsbachern schon ausgemacht, da\u00df er ihnen die \u00f6sterreichischen Niederlande im Tausch gegen Bayern gibt. Monarchin Maria Theresia und ihre Berater haben aber auf die Zahlen schauend das verhindert. Damals war Bayern nur ein \u201eBauernstaat\u201c, w\u00e4hrend die \u00d6sterreichischen Niederlande zu jener Zeit die reichste Provinz des Habsburgerreichs war. Es kam zum Bayerischen Erbfolgekrieg gegen Friedrich II. von Preu\u00dfen. Joseph II. musste sich im Frieden von Teschen 1779 letztlich mit dem Innviertel begn\u00fcgen. 1785 versuchte er ein zweites Mal, im Tausch mit den \u00d6sterreichischen Niederlanden Bayern zu erwerben, scheiterte aber wieder am Widerstand Friedrichs II. und des von ihm gegr\u00fcndeten F\u00fcrstenbundes.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">In den \u00f6sterreichischen Niederlanden folgten Auseinandersetzungen mit Frankreich, 1792 wurden die \u00d6sterreichischen Niederlande erstmals von franz\u00f6sischen Revolutionsheeren besetzt. Nach der Niederlage der franz\u00f6sischen Truppen in der Schlacht bei Neerwinden am 18. M\u00e4rz 1793 konnte die \u00d6sterreicher zun\u00e4chst ihre Herrschaft wiederherstellen. Infolge der \u00f6sterreichischen Niederlage in der Schlacht bei Fleurus am 26. Juni 1794 gelang es den Franzosen, die \u00d6sterreichischen Niederlande erneut zu besetzen. Am 1. Oktober 1795 wurden sie formal an Frankreich angeschlossen. 1797 trat \u00d6sterreich im Frieden von Campo Formio die \u00d6sterreichischen Niederlande an Frankreich ab. Der Friede von Lun\u00e9ville best\u00e4tigte das 1801 auch im Namen des Heiligen R\u00f6mischen Reiches, womit nach gut 300 Jahren auch die westeurop\u00e4ische Einbindung \u00d6sterreichs verloren geht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">1806 besetzte Napoleon Bonaparte die Batavische Republik. Sein Bruder Louis machte aus ihr 1806 das K\u00f6nigreich Holland; 1810 wurde es zu einem franz\u00f6sischen Department. Die Batavische Republik war eine von 1795 bis 1806 bestehende franz\u00f6sische Tochterrepublik, die auf dem Gebiet der heutigen Niederlande entstand.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Die franz\u00f6sische Besatzungszeit in den Niederlanden endet erst 1813 mit Napoleons Niederlage bei der V\u00f6lkerschlacht in Leipzig. Bereits 14 Tage, nachdem die Franzosen aus Amsterdam vertrieben worden waren &#8211; am 2. Dezember 1813 -, landete der Sohn des in der Verbannung gestorbenen Statthalters, Wilhelm I., in Scheveningen und wurde, noch bevor der Wiener Kongre\u00df seine Einwilligung geben konnte, zum K\u00f6nig ausgerufen. Nachtr\u00e4glich einigten sich die Diplomaten in Wien \u00fcber die Vereinigung der fr\u00fcheren \u00f6sterreichischen Niederlande &#8211; das heutige Belgien &#8211; mit den n\u00f6rdlichen Niederlanden. Gewinner der Friedenskonferenz in Wien ist Wilhelm von Oranien: Er wird am 16. M\u00e4rz 1815, also noch w\u00e4hrend des Wiener Kongresses, zum K\u00f6nig des neuen Staatsgebildes gew\u00e4hlt &#8211; und begr\u00fcndet damit die niederl\u00e4ndische Erbmonarchie des Hauses Oranien.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Zwischen ihm und Kaiser Franz II. (sp\u00e4ter: Franz I.) herrschten gute Beziehungen. Der Sammelleidenschaft dieses Kaisers sind \u00fcbrigens auch die Exponate bedeutender Ausstellung zu verdanken. Franz sammelte alles, was er an Bildern bekommen konnte, und bei einem so alten Geschlecht wie den Oraniern war das nat\u00fcrlich nicht besonders schwer.<\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-size: 14pt;\">20 Jahrhundert<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">In \u00d6sterreich erscholl zuerst, allen Kriegstreibern zum Trotz, der flammende Ruf \u201eDie Waffen nieder!\u201c Der gefeierte Wiener Staats- und V\u00f6lkerrechtslehrer Heinrich Lammasch, letzter Ministerpr\u00e4sident Alt\u00f6sterreichs, besa\u00df f\u00fcr Holland, der Heimat von Hugo Grotius, den Hort des Friedens, als Pazifist eine besondere Sympathie. 1899 war er Delegierter \u00d6sterreich-Ungarns auf der ersten Friedenskonferenz in Den Haag. Ebenso nahm er 1907 in gleicher Eigenschaft an der zweiten Friedenskonferenz teil, nachdem er die Fortbildung des V\u00f6lkerrechts durch die Haager Konferenz in einer eigenen Schrift klargestellt hatte. Seine Haltung unterschied sich wesentlich von der damals schon bedenklichen der preu\u00dfisch-deutschen Delegierten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Im Ersten Weltkrieg verhielten sich die Niederlande neutral und waren deshalb nicht an den K\u00e4mpfen beteiligt. So konnte man in Ruhe die konstitutionelle Monarchie als parlamentarische Demokratie ausbauen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Bereits w\u00e4hrend des Ersten Weltkriegs und gegen Ende des Zweiten Weltkriegs und in den Nachkriegsjahren der beiden Weltkriege waren auch in \u00d6sterreich Unterversorgung mit Nahrungsmitteln und daraus resultierende Unterern\u00e4hrung, Hunger und Mangelerkrankungen weit verbreitet.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Nach Ende des Ersten Weltkrieges setzten nach dem Hungerwinter 1918\/19 und den erschreckenden Berichten in der internationalen Presse \u00fcber die Kindernot in Wien im Folgejahr erste Kinderhilfsaktionen (&#8222;Save the Child&#8220;, &#8222;R\u00e4dda Barnen&#8220;) ein und auch Kinderverschickungen dienten diesem Zweck. Ab 1920 unterst\u00fctzten auch die Alliierten entsprechende Aktionen. Zu den Hauptaufnahmel\u00e4ndern z\u00e4hlten auch die Niederlande mit 65.000 Wiener Kindern.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">An die Niederl\u00e4nder erinnert \u00fcbrigens noch eine weitere Wiener Stra\u00dfe: die Hollandstra\u00dfe erhielt ihren Namen 1919 aus Dankbarkeit f\u00fcr humanit\u00e4re Hilfe nach dem Ersten Weltkrieg.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Am 10. Mai 1940 fielen die deutschen Nationalsozialisten im Rahmen von Hitlers Blitzkrieg-Strategie ins Land ein und hielten es f\u00fcnf Jahre lang besetzt. Nach nur f\u00fcnf Tagen war der Angriff beendet. K\u00f6nigin Wilhelmina und das niederl\u00e4ndische Kabinett hatten am zweiten Kriegstag das Land verlassen und bauten in London eine Exilregierung auf. Auf Hitlers Befehl wurde am 17. Mai 1940 eine Zivilverwaltung mit einem Reichskommissar an der Spitze eingesetzt, die die Niederlande gleichschalten sollte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Der oberste Besatzer, Arthur Sey\u00df-Inquart, war geb\u00fcrtiger \u00d6sterreicher, ebenso wie der niederl\u00e4ndische Parade-Antisemit Rost van Tonningen, der den Judenhass nach eigener Angabe in Wien kennen gelernt hatte, oder der Polizist, der Anne Frank verhaftete, Wiener waren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Ein gro\u00dfer Teil der in Holland lebenden \u00f6sterreichischen Kolonie lehnte es \u00fcbrigens ab, w\u00e4hrend der Besetzung f\u00fcr die deutsche Okkupationsmacht zu arbeiten; viele \u00d6sterreicher lehnten die reichlicheren deutschen Lebensmittelkarten ab und begn\u00fcgten sich mit der holl\u00e4ndischen Ration, um nicht mit der NSV-Bekanntschaft machen zu m\u00fcssen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Da die katholische niederl\u00e4ndische Bev\u00f6lkerung, angespornt durch den unerschrockenen Erzbischof von Utrecht, Kardinal De Jong, der deutschen Invasion besonders tatkr\u00e4ftig Widerstand leistete, schlie\u00dfen sich ihr auch viele katholische \u00d6sterreicher an.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">In diese Zeit f\u00e4llt das Wirken einer geb\u00fcrtigen Wienerin namens Miep (eigentlich Hermine Gies), rechte Hand des Kaufmanns Otto Frank in Amsterdam. Sie sorgte f\u00fcr die Familie Frank und deren Leidensgenossen in dem Hinterhausversteck, das sie lange Zeit vor der Deportation bewahrte. Und sie war es auch, die Anne Franks Tagebuch f\u00fcr die Nachwelt rettete. Heute leisten, im Zeichen gemeinsamer Aufarbeitung und Nachbesinnung, junge \u00d6sterreicher ihren Zivildienst im Anne-Frank-Haus in Amsterdam.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Anne Franks Schicksal ber\u00fchrt nicht nur Europa, sondern die ganze Welt. Ihrer Stiefschwester wurde durch die Adaption des \u00f6sterreichischen Staatsb\u00fcrgerschaftsrechts 2021 wieder die \u00f6sterreichische Staatsb\u00fcrgerschaft verliehen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Die antisemitische Politik der deutschen Besatzung in den Niederlanden erfuhr mit dem Februarstreik 1941 und dessen brutaler Niederschlagung eine wesentliche Versch\u00e4rfung. Infolge mehrerer Verhaftungswellen lie\u00dfen die nationalsozialistischen Beh\u00f6rden 1941 und 1942 hunderte j\u00fcdische M\u00e4nner \u00fcber andere Lager ins KZ Mauthausen deportieren. Da die Niederlande in den Jahren zuvor eines der wichtigsten Fluchtziele f\u00fcr deutsche und \u00f6sterreichische J\u00fcdinnen und Juden waren, befanden sich unter den Verhafteten auch zahlreiche Emigranten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Im KZ Mauthausen wurde der \u00fcberwiegende Teil der Deportierten Opfer von gezielten Mordaktionen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">W\u00e4hrend der Besatzung der Niederlande wurden niederl\u00e4ndische Staatsb\u00fcrgerInnen \u2013 Juden, J\u00fcdinnen und Nicht-Juden\/-J\u00fcdinnen \u2013 in verschiedene Nazi-Lager deportiert. Insgesamt weicht diese Trag\u00f6die nicht ab von jenen, die sich in anderen Landen zugetragen haben; darum kann nicht von einer spezifisch niederl\u00e4ndischen Deportationsgeschichte gesprochen werden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">In Mauthausen spielte sich hingegen in Bezug auf Gefangene, die aus den Niederlanden kamen, neben der allgemeinen auch eine besondere Geschichte ab. Grunds\u00e4tzlich wurden hier wie woanders auch Gefangene festgehalten, die vorher in anderen Lagern oder Gef\u00e4ngnissen gesessen sind. In Bezug auf niederl\u00e4ndische Gefangene mu\u00df man etwa an die denken, die ab Herbst 1944 aus Auschwitz evakuiert wurden, oder an jene, die im M\u00e4rz 1945 das Frauenlager Ravensbr\u00fcck verlassen mu\u00dften. Besonders Mauthausen wurde f\u00fcr die Niederlande jedoch in dem Sinn zu einer Drehscheibe, da\u00df dort zwei Gruppen j\u00fcdischer Gefangener innerhalb k\u00fcrzester Zeit nach ihrer Ankunft ermordet wurden: insgesamt 1.200 M\u00e4nner, die 1941 in Folge von Razzien (ca. 800) und 1942 (ca. 400) als individuelle H\u00e4ftlinge aus den Niederlanden weggef\u00fchrt wurden. Unter den Gr\u00e4ueltaten, die in allen Nazi-Lagern stattfanden, haben diese Massaker dem KZ Mauthausen in den Niederlanden einen besonderen und ber\u00fcchtigten Ruf verliehen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Die schrecklichen Folgen der nationalsozialistischen Besatzung: 15.000 Niederl\u00e4nder starben im Hungerwinter 1944\/45, 8000 niederl\u00e4ndische Zwangsarbeiter kamen in Deutschland ums Leben, und von den rund 140.000 in den Niederlanden lebenden Juden wurden 120.000 in Konzentrationslager deportiert. Nur 6000 kehrten nach Kriegsende zur\u00fcck.<\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-size: 14pt;\">Beziehungen in den Nachkriegsjahren<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Mithilfe des US-amerikanischen Marshallplans gelang nach dem Krieg der Wiederaufbau. Nach dem Verlust seiner gr\u00f6\u00dften Kolonie, Niederl\u00e4ndisch-Indiens, (auch bekannt als Niederl\u00e4ndisch-Ostindien, war der Vorl\u00e4ufer der heutigen Republik Indonesien) im Jahr 1949 orientierte sich das Land au\u00dfenpolitisch neu: Aus der neutralen Seemacht wurde ein Gr\u00fcndungsmitglied der NATO und der Europ\u00e4ischen Union, zu deren wohlhabendsten Mitgliedsstaaten es heute z\u00e4hlt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Schon 1950 lag das Nationaleinkommen in den Niederlanden h\u00f6her als vor dem Zweiten Weltkrieg. Das Land z\u00e4hlte damals zu den zehn gr\u00f6\u00dften Wirtschaftsm\u00e4chten der Welt mit international operierenden Konzernen wie Royal Dutch Shell, Unilever und Philips. Dies erm\u00f6glichte den Aufbau eines gro\u00dfz\u00fcgigen Sozialstaates.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Das Land stimulierte die Einf\u00fchrung des Euros im Jahre 1999 (Vertrag von Maastricht) als W\u00e4hrungseinheit der Europ\u00e4ischen Union. Seit dem 1. J\u00e4nner 2002 ist der Euro die offizielle W\u00e4hrungseinheit, die den Holl\u00e4ndischen Gulden abl\u00f6ste.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">In den Nachkriegsjahren wurden die Beziehungen zwischen beiden L\u00e4ndern intensiviert und in allen Bereichen des t\u00e4glichen Lebens schnell ausgebaut. Dazu geh\u00f6rten auch St\u00e4dte- und Gemeindepartnerschaften. Die bedeutendste ist wohl jene zwischen Graz und Groningen.\u00a0 Seit 1964 bestehend, haben der ehemalige Grazer B\u00fcrgermeister Gustav Scherbaum und sein niederl\u00e4ndischer Amtskollege Jan Tuin dazu ma\u00dfgeblich beigetragen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><em>\u201eDen Grundstein f\u00fcr die St\u00e4dtefreundschaft mit der nordholl\u00e4ndischen Stadt Groningen habe ich &#8211; so merkw\u00fcrdig es klingen mag &#8211; mit 14 Jahren gelegt, als ich unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg mit vielen anderen \u00f6sterreichischen Kindern auf einige Monate nach Holland eingeladen wurde. Das holl\u00e4ndische Fernsehen hat im Fr\u00fchjahr 1963 gemeinsam mit dem \u00f6sterreichischen eine Sendung veranstaltet, in der \u00fcber diese seinerzeitige Kinderhilfsaktion und \u00fcber das sp\u00e4tere Leben einiger dieser Hollandkinder berichtet wurde. Aus diesem Anlass wurde ich vom holl\u00e4ndischen Fernsehen nach Hilversum eingeladen, wo ich den B\u00fcrgermeister von Groningen, Herrn Tuin, kennenlernte. Wir beide haben damals vereinbart, eine engere freundschaftliche Verbindung zwischen unseren beiden St\u00e4dten anzubahnen&#8220;,<\/em> wird Gustav Scherbaum zitiert.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_18918\" aria-describedby=\"caption-attachment-18918\" style=\"width: 446px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-18918\" src=\"http:\/\/uncav-vienna.org\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Delegation-aus-Groningen-im-Juni-2024-zu-Gast-in-Graz.png\" alt=\"\" width=\"446\" height=\"297\" srcset=\"https:\/\/uncav-vienna.org\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Delegation-aus-Groningen-im-Juni-2024-zu-Gast-in-Graz.png 446w, https:\/\/uncav-vienna.org\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Delegation-aus-Groningen-im-Juni-2024-zu-Gast-in-Graz-300x200.png 300w\" sizes=\"(max-width: 446px) 100vw, 446px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-18918\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Delegation aus Groningen im Juni 2024 zu Gast in Graz<\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\">B\u00fcrgermeisterin Elke Kahr (2. v. l.) und Vizeb\u00fcrgermeisterin Judith Schwentner mit Honorarkonsul Georg List und dem Groninger Baudirektor Bert Popken, der sich spontan zu Wort meldete. \u00a9 Stadt Graz\/Fischer<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">So besteht etwa seit dem Schuljahr 2018\/2019 die \u201eNiederl\u00e4ndische Schule Steiermark&#8220; in Graz (niederl\u00e4ndische Sprache und Kulturunterricht in der Steiermark) mit einem w\u00f6chentlichen Unterricht f\u00fcr Kinder im Alter von vier bis 14 Jahren mit niederl\u00e4ndischem bzw. fl\u00e4mischem Hintergrund.<\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-size: 14pt;\">Wirtschaft<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Die Niederlande z\u00e4hlen zu den wichtigsten Handelspartnern \u00d6sterreichs und die Wirtschaftsbeziehungen bewegen sich auf einem hohen Niveau, die Niederlande sind das achtwichtigste Lieferland f\u00fcr \u00d6sterreich.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Zum traditionellen niederl\u00e4ndischen Handels\u00fcberschu\u00df tr\u00e4gt wesentlich auch der Hafen Rotterdam bei. Er ist nicht nur der gr\u00f6\u00dfte Hafen Europas, sondern auch einer der f\u00fchrenden \u00dcbersee-Umschlagpl\u00e4tze \u00d6sterreichs.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">\u00d6sterreich ist auch ein gro\u00dfer Auslandsinvestor in den Niederlanden, sie liegen damit innerhalb der EU nach Deutschland an zweiter Stelle. An die 200 \u00f6sterreichische Unternehmen exportieren regelm\u00e4\u00dfig in die Niederlande, 170 \u00f6sterreichische Unternehmen sind in den Niederlanden etabliert.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Von noch gr\u00f6\u00dferer Bedeutung ist der Dienstleistungssektor, wie etwa der Tourismus. Schon seit vielen Jahren sind die G\u00e4ste aus den Niederlanden die mit gro\u00dfem Abstand zweitgr\u00f6\u00dfte ausl\u00e4ndische Touristengruppe in \u00d6sterreich. \u00d6sterreich liegt an 5. Stelle im Ranking der beliebtesten Auslandsreiseziele der Niederl\u00e4nder. Im Winter ist \u00d6sterreich sogar Urlaubsziel Nr. 1 f\u00fcr sie: 60% der niederl\u00e4ndischen Winterurlauber verbringt den Urlaub in \u00d6sterreich. \u00a0Im Jahr 2024 gab es 11,09 Mio \u00dcbernachtungen von G\u00e4sten aus den Niederlanden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Die niederl\u00e4ndische K\u00f6nigsfamilie verbringt regelm\u00e4\u00dfig ihren Winterurlaub in Lech am Arlberg in \u00d6sterreich. Seit 1959 ist die Familie jedes Jahr f\u00fcr etwa zwei Wochen dort zu Gast. Die Familie genie\u00dft die Ski- und Schneebedingungen in Lech und die Gastfreundschaft in der Region.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Trotzdem war es gerade die niederl\u00e4ndische K\u00f6nigin Beatrix, die Anfang 2000 mitten im Sanktionsfieber ihrem \u00f6sterreichischen Wintersportort demonstrativ treu blieb, ein Akt der Freundschaft und Verbundenheit, den ihr die \u00d6sterreicher hoch anrechnen und der in Erinnerung bleiben wird.<\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-size: 14pt;\">Aktuelle bilaterale Beziehungen<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Offizielle diplomatische bilaterale Beziehungen zwischen den beiden L\u00e4ndern bestehen seit dem19. J\u00e4nner 1920.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Nach den Wirren der beiden Weltkriege wurden die gegenseitigen Beziehungen in den 1950iger Jahren rasch wieder intensiviert und ausgebaut. Seit damals gibt es einen regen und intensiven Besuchsaustausch auch auf h\u00f6chster Ebene, besonders hervorzuheben ist dabei aber der Offizielle Staatsbesuch Ihrer Majest\u00e4ten K\u00f6nig Willem-Alexander und K\u00f6nigin M\u00e1xima vom 27. bis 29. Juni 2022 in \u00d6sterreich.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_18919\" aria-describedby=\"caption-attachment-18919\" style=\"width: 663px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-18919\" src=\"http:\/\/uncav-vienna.org\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Koenigin-Maxima-Koenig-Willem-Alexander-Bundespraesident-Alexander-Van-der-Bellen-Praesidentengattin-Doris-Schmidauer-\u00a9-Praesidentschaftskanzlei.png\" alt=\"\" width=\"663\" height=\"442\" srcset=\"https:\/\/uncav-vienna.org\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Koenigin-Maxima-Koenig-Willem-Alexander-Bundespraesident-Alexander-Van-der-Bellen-Praesidentengattin-Doris-Schmidauer-\u00a9-Praesidentschaftskanzlei.png 663w, https:\/\/uncav-vienna.org\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Koenigin-Maxima-Koenig-Willem-Alexander-Bundespraesident-Alexander-Van-der-Bellen-Praesidentengattin-Doris-Schmidauer-\u00a9-Praesidentschaftskanzlei-300x200.png 300w\" sizes=\"(max-width: 663px) 100vw, 663px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-18919\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-size: 12pt;\">K\u00f6nigin M\u00e1xima, K\u00f6nig Willem-Alexander, Bundespr\u00e4sident Alexander Van der Bellen, Pr\u00e4sidentengattin Doris Schmidauer \u00a9 Pr\u00e4sidentschaftskanzlei<\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Neben einer Reihe von Arbeitsgespr\u00e4chen u.a. mit Bundespr\u00e4sident Alexander Van der Bellen und Bundeskanzler Karl Nehammer legten sie an der Gedenkst\u00e4tte f\u00fcr die in der Shoah ermordeten j\u00fcdischen Kinder, Frauen und M\u00e4nner einen Kranz nieder und besuchten Sozial- und Stadtplanungsprojekte in Wien. Einen Tag verbrachten sie in der steirischen Landeshauptstadt Graz mit einem Besuch des weltber\u00fchmten Lipizzanergest\u00fctes in Piber.<\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-size: 14pt;\">Kunst, Kultur und Wissenschaft<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Die f\u00fcr die Weiterentwicklung Europas bedeutenden Epochen haben Spuren hinterlassen, Bauwerke, Denkm\u00e4ler und Symbole, die an besondere Leistungen bedeutender Pers\u00f6nlichkeiten in beiden L\u00e4ndern erinnern.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Ein Symbol der Vernetzung pr\u00e4gt bis heute das Stadtbild von Amsterdam: die habsburgische Krone auf dem Turm der Westerkirche. Und wie h\u00e4ufig bei historischen Symbolen, sind auch diesem einige Uneindeutigkeiten nicht fremd. Kaiser Maximilian von \u00d6sterreich hatte 1489 Amsterdam das Recht verliehen, eine Krone \u00fcber dem Wappen zu tragen, ein Akt, der wohl wirtschaftlicher Natur war, was generell f\u00fcr die niederl\u00e4ndisch-\u00f6sterreichischen Beziehungen galt. Doch erst seit 1620\/21, als Holland bereits eine Republik war, prangt die Krone auf Amsterdams h\u00f6chstem Stadtturm, der Westerkirche. Dabei ist sie eigentlich die Hauskrone von Maximilians Enkel Rudolf II., die nach einer Zeichnung Albrecht D\u00fcrers vom niederl\u00e4ndischen Goldschmied Hans Vermeyen um 1602 in Prag angefertigt wurde.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-18935 size-full\" src=\"http:\/\/uncav-vienna.org\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Amesterdam.png\" alt=\"\" width=\"604\" height=\"471\" srcset=\"https:\/\/uncav-vienna.org\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Amesterdam.png 604w, https:\/\/uncav-vienna.org\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Amesterdam-300x234.png 300w\" sizes=\"(max-width: 604px) 100vw, 604px\" \/><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Im Sommer des Jahres 1574 trafen in Wien bei dem aus dem damaligen Flandern stammenden Hofbotaniker Cherles de l\u2019Ecluse, fl\u00e4misch Karel van der Sluis und bekannt als Carolus Clusius, Tulpensamen und -zwiebeln ein; sie kamen vom kaiserlichen Botschafter in Konstantinopel, dem geb\u00fcrtigen Niederl\u00e4nder namens Ogier Ghislain de Busbecq. Clusius, der \u00fcbrigens in Wien u.a. die Kartoffel einf\u00fchrte, z\u00fcchtete Gew\u00e4chse in jenem botanischen Garten, den er im Auftrag von Maximilian errichtet hatte (heute Teil des Botanischen Instituts in der Wiener Jacquingasse) und verschickte sie an europ\u00e4ische Freunde.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Als 1576 Rudolf II., der Sohn Maximilians II., alle Angestellten mit protestantischem Glauben entlie\u00df, fand Clusius in Balthasar Batthy\u00e1ny, dem Burgherrn von G\u00fcssing, einen Freund und F\u00f6rderer. Im s\u00fcdburgenl\u00e4ndischen G\u00fcssing sowie auf der Burg Schlaining verfa\u00dfte Clusius sein bedeutendes Werk \u201eStirpium Nomenclator Pannonicus\u201c, die erste \u00f6sterreichische Pflanzenkunde. Seine Arbeiten \u00fcber die Pflanzen in \u00d6sterreich und Ungarn blieben f\u00fcr mehr als 100 Jahre ma\u00dfgebend. Dabei waren diese Werke ebenso wie die zu den Pflanzen der Iberischen Halbinsel keine \u201eFlora\u201c im heutigen Sinne, sondern eine Art Vorl\u00e4ufer, eine Zusammenstellung und Beschreibung aller Pflanzen, einschlie\u00dflich der Kultur- und exotischen Zierpflanzen, die in diesen Gebieten wachsen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Ab 1593 war er in Leiden t\u00e4tig, wo er ebenfalls einen botanischen Garten einrichtete (heute weltber\u00fchmt als Hortus Botanicus), damit d\u00fcrfte auch das Datum des Geburtstags der Tulpe als nunmehr holl\u00e4ndische Nationalblume fixiert sein. Gleichwohl ist es nur ein Indizienbeweis, denn es fehlen schriftliche Hinweise, da\u00df Clusius tats\u00e4chlich als erster Tulpenzwiebel von Wien nach Holland mitgenommen und auch dort angebaut hat. Dennoch bleibt es sehr wahrscheinlich, da\u00df seine Tulpenkultur in Wien noch vor der ersten in Holland gebl\u00fcht haben d\u00fcrfte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Bedeutende Leistungen erbrachten Holl\u00e4nder bei der Ausgestaltung von Sch\u00f6nbrunn im 18. Jahrhundert. Viereinhalb Millionen Besucher j\u00e4hrlich bewundern die Gruppenportraits der kaiserlichen Familie und die gro\u00dfen Historienbilder, die Martin van Meytens ab 1721 f\u00fcr das Schlo\u00df geschaffen hatte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Im Schlo\u00dfpark legte ab1753 der G\u00e4rtner Adrian van Steckhoven als Hofgartendirektor den Holl\u00e4ndischen Garten an, der dann sp\u00e4ter nur mehr als der \u2013 heute leider nicht mehr bestehende \u2013 Botanische Garten bezeichnet wurde. Nicolas Jacquin aus Leiden unternahm eine wissenschaftliche Bearbeitung des Gartens und bereicherte ihn mit weiteren Pflanzenarten. Viele davon brachte er von einer wissenschaftlichen Expedition mit, die er im kaiserlichen Auftrag von 1755 bis 1759 nach Westindien durchf\u00fchrte. Um 1800 wurde nach Jacquins wissenschaftlichen Werken ein kleiner Unterrichtsgarten f\u00fcr die Erzherz\u00f6ge angelegt, wobei das Linn\u00e9sche System in 24 Beeten mit 400 Pflanzen veranschaulicht wurde. Die Jacquingasse, in der sich heute \u00fcbrigens die Residenz des niederl\u00e4ndischen Botschafters befindet, erinnert an den ber\u00fchmten Zuwanderer aus den Niederlanden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Zwischen Kunsthistorischem und Naturhistorischem Museum an der Wiener Ringstra\u00dfe steht das bekannte Denkmal Maria Theresias und ihrer Berater, unter ihnen befindet sich wohl der ber\u00fchmteste niederl\u00e4ndische Gelehrte in \u00d6sterreich. Eine Umw\u00e4lzung auf wissenschaftlichem Gebiet verdankte \u00d6sterreich im 18. Jahrhundert dem aus Leyden nach Wien berufenen Professor der Medizin Gerard Van Swieten, ein Sch\u00fcler von Herman Boerhaave, dem ber\u00fchmtesten Arzt des 18. Jahrhunderts. An ihn, der selber nie in \u00d6sterreich war, erinnert heute noch die Boerhaavegasse. \u00a0Van Swieten war Leibarzt der Kaiserin Maria Theresia und f\u00fchrte die Reform der Universit\u00e4t Wien und des gesamten \u00f6sterreichischen Medizinwesens in modernem Sinne durch. Das Wiener Allgemeine Krankenhaus erinnert heute noch an ihn. Daneben f\u00f6rderte er das literarische Leben. Michael Denis, ein \u00f6sterreichischer katholischer Priester, Schriftsteller, \u00dcbersetzer, Bibliothekar und Zoologe widmete ihm eine Ausgabe \u201eOssians\u201c. \u00a0Auch Joseph Freiherr von Sonnenfels, ein \u00f6sterreichischer Schriftsteller der Aufkl\u00e4rung, zudem Verwaltungsreformer und Professor der Politischen Wissenschaften, z\u00e4hlte zu seinen Freunden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Gerard von Swieten lockerte in seiner T\u00e4tigkeit als Pr\u00e4fekt der Hofbibliothek die Zensurbestimmungen und richtete den ersten \u00f6ffentlichen Lesesaal ein. Er hatte in den Niederlanden nicht nur ein zeitgem\u00e4\u00dfes Verlags-, sondern in Leiden auch ein modernes wissenschaftliches Bibliothekswesen kennen und sch\u00e4tzen gelernt. Als Vorsitzender der B\u00fccherzensur-Hofkommission ordnete er das Zensurwesen in den habsburgischen L\u00e4ndern neu. Zudem war er als Gesundheitsminister Initiator eines fl\u00e4chendeckenden Gesundheitssystems sowie erster gro\u00dfer Universit\u00e4tsreformator. Er berief 1754 Anton de Haen aus Leiden nach Wien, der hier zum Leiter der neugegr\u00fcndeten Medizinischen Klinik bestellt wurde und als erster weltweit Medizinstudenten direkt am Krankenbett unterrichtete. Van Swieten, der ebenfalls aus Leiden stammte und als Begr\u00fcnder er ersten medizinischen Schule gilt, ist in der Georgskapelle der Augustinerkapelle beerdigt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Gerard Van Swieten wurde mehrfach geadelt: 1748 wurde er Baron der \u00d6sterreichischen Niederlande, 1753 in \u00d6sterreich in den Freiherrenstand erhoben und 1767 in den Tiroler Ritterstand.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Im Jahr 1862 wurde in Wien-Alsergrund (9. Bezirk) die Van-Swieten-Gasse nach ihm benannt. Ebenfalls in Wien ist nach ihm die Van-Swieten-Kaserne des \u00f6sterreichischen Bundesheeres benannt. Die Medizinische Universit\u00e4t Wien w\u00fcrdigte Van Swieten unter anderem mit der Benennung ihres Festsaals als Van Swieten Saal.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_18922\" aria-describedby=\"caption-attachment-18922\" style=\"width: 298px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-18922\" src=\"http:\/\/uncav-vienna.org\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Statue-Gerard-Van-Swieten-am-Maria-Theresien-Denkmal-in-Wien-\u00a9-El-bes-4.0-International.png\" alt=\"\" width=\"298\" height=\"539\" srcset=\"https:\/\/uncav-vienna.org\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Statue-Gerard-Van-Swieten-am-Maria-Theresien-Denkmal-in-Wien-\u00a9-El-bes-4.0-International.png 298w, https:\/\/uncav-vienna.org\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Statue-Gerard-Van-Swieten-am-Maria-Theresien-Denkmal-in-Wien-\u00a9-El-bes-4.0-International-166x300.png 166w\" sizes=\"(max-width: 298px) 100vw, 298px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-18922\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Statue Gerard Van Swieten am Maria Theresien Denkmal in Wien \u00a9 El bes 4.0 International<\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Sein Sohn Gottfried Freiherr van Swieten, der ebenfalls an der Spitze der Wiener Hofbibliothek (der heutigen Nationalbibliothek) und sp\u00e4ter als Diplomat in \u00f6sterreichischen Diensten stand, war u.a. mit Haydn und Mozart befreundet und machte Mozart mit den Arbeiten von Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich H\u00e4ndel bekannt, als er um 1782\/83 die Manuskripte, die er w\u00e4hrend seines langen Aufenthalts in Berlin gesammelt hatte, bei den regul\u00e4ren Sonntagskonzerten im gro\u00dfen Prunksaal der Wiener Hofbibliothek zur \u00f6ffentlichen Auff\u00fchrung zur Verf\u00fcgung stellte. \u00a0Als Mozart 1791 starb, organisierte van Swieten f\u00fcr ihn die damals allgemein \u00fcbliche Beerdigung 3. Klasse.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Gottfried van Swieten verfa\u00dfte auch den Text zu Haydns \u201eDie Sch\u00f6pfung\u201c und \u201eDie Jahreszeiten\u201c und Ludwig van Beethoven widmete ihm die erste Symphonie.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Umgekehrt entsandte \u00d6sterreich wieder bedeutende Kr\u00e4fte heimischer Herkunft nach den Niederlanden. In den zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts wirkte zum Beispiel Johann Nestroy, der \u00f6sterreichische Aristophanes, als S\u00e4nger und Schauspieler in Amsterdam. Schulausgaben von Dichtern, wie Grillparzer, Stifter, Ebner-Eschenbach und anderen, machen die holl\u00e4ndische Jugend seit Jahrzehnten mit der Literatur \u00d6sterreichs fr\u00fchzeitig bekannt. Welche Aufmerksamkeit ihr an den Universit\u00e4ten zuteil wird, beweisen Doktordissertationen etwa von Amsterdam, Nymwegen und Groningen, die das Burgtheater, Caroline Pichler, Adalbert Stifter, Hugo von Hofmannsthal, Rainer Maria Rilke, Ferdinand von Saar und andere \u00f6sterreichische Dichter zum Gegenstand haben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Unausgesetzt geht auch der Professorenaustausch weiter. Der letzte gro\u00dfe Chirurg \u00d6sterreichs Anton Freiherr von Eiseisberg war gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Utrecht t\u00e4tig, w\u00e4hrend der ber\u00fchmte Wiener Kliniker Karl Friedrich Wenckebach aus Den Haag stammt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">In den Niederlanden selbst gibt es noch zahlreiche \u00f6sterreichische Spuren. Am malerischen Hafen von Veere in der niederl\u00e4ndischen Provinz Seeland steht ein Haus mit dem Namen \u201eOostenrijk\u201c, etwas weiter liegt das Stadtmuseum, in dessen Besitz sich ein silberner Pokal des Kaisers Karl V. befindet. Ein Geschenk an den Grafen Maximilian von Buren, der 1546 seine Truppen in Ingolstadt mit den Kaiserlichen vereinigt hatte. Auch die kleine geldersche Stadt Buren selbst bildet eine Klammer zwischen den Niederlanden und \u00d6sterreich. Der zweite Bibliothekar der habsburgischen Hofbibliothek, Sebastian Tengnagel, wurde hier 1573 geboren, wie seinem verwitterten Grabstein an der s\u00fcd\u00f6stlichen Au\u00dfenmauer des Hauptchors des Wiener Stephansdoms zu entnehmen ist.\u00a0 Der erste Bibliothekar der Hofbibliothek (heute Nationalbibliothek) war ebenfalls ein Holl\u00e4nder, n\u00e4mlich der in Delft geborene Hugo Blotius. Kaiser Maximilian II. hatte ihn beauftragt, f\u00fcr den planm\u00e4\u00dfigen Ausbau der Bibliothek eine Bestandsaufnahme und Katalogisierung vorzunehmen. Insgesamt 112 Jahre lang haben Niederl\u00e4nder an diesem \u201eWeltgeb\u00e4ude der Gedanken\u201c mitgewirkt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Der Zauber holl\u00e4ndischer Seest\u00fccke, Landschaften und Genreszenen, mit Meisterwerken von Wouverman, Ostade u.a., auch der ber\u00fchmte Vermeer (\u201eDie Malkunst\u201c und Rembrandts \u201eunergr\u00fcndlicher Blick\u201c) in einigen seiner besten Selbstportraits stellen einen bedeutenden Teil der reichen Best\u00e4nde an alteurop\u00e4ischer Kunst im Wiener Kunsthistorischen Museum dar. Von den Erwerbungen Erzherzog Leopold Wilhelms, dem \u00f6sterreichischen Statthalter in den s\u00fcdlichen Niederlanden 1646-1655, bis zu den Schenkungen von Louis und Clarisse Rothschild im 20. Jahrhundert reicht die lange Geschichte der Erwerbungen holl\u00e4ndischer Kunst f\u00fcr \u00d6sterreich.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Au\u00dferordentlich nachhaltig war der Einflu\u00df Hollands auf religi\u00f6sem Gebiet. 1552 kam Petrus Canisius, der gro\u00dfe Sohn Nymwegens, nach Wien und begann hier seine ausgebreitete T\u00e4tigkeit als Professor und Prediger. Auch die hohen Studien in Prag, Innsbruck und Graz wurden von seinem Eifer erfa\u00dft. In \u00d6sterreich schrieb er seinen in zahllosen Auflagen verbreiteten kleinen Katechismus. Wenn der alte Glaube an der Donau nicht nur erhalten blieb, sondern auch neuen Boden gewann, so hatte der Heilige aus Holland sich darum unverg\u00e4ngliche Verdienste erworben. Ebenso empfingen die kirchenpolitischen Neuerer des 18. Jahrhunderts in \u00d6sterreich starke Anregungen aus den Niederlanden. Es ist noch nicht ausreichend erforscht, steht jedoch bereits fest, da\u00df der sogenannte Josephinismus, der in der \u00f6sterreichischen Intelligenz jahrzehntelang haften blieb, auf den von Utrecht ausgehenden Jansenismus zur\u00fcckgef\u00fchrt werden mu\u00df.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Ein Kontinuum bilden die kulturellen Beziehungen. Niederl\u00e4ndische Musiker pr\u00e4gten im 15. und 16. Jahrhundert das Musikleben an den H\u00f6fen in Innsbruck und Graz. Eine gemeinsame musikalische Vergangenheit, die Jahrhunderte sp\u00e4ter der damals in den Niederlanden wirkende \u00f6sterreichische Dirigent Nikolaus Harnoncourt reaktualisiert hat. Er begann in den 1970er Jahren, als Dirigent anderer Orchester als des Concentus Musicus zu agieren. Das erste gro\u00dfe klassische Symphonieorchester mit modernen Instrumenten, mit dem er zusammenarbeitete, war das Concertgebouw-Orchester in Amsterdam. Seit Oktober 2000 war Harnoncourt Ehrengastdirigent des Concertgebouw-Orchesters.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Fast es eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit, da\u00df in Amsterdam, der Stadt der habsburgischen Kaiserkrone, der Architekt Wilhelm Holzbauer an der Amstel die f\u00fcr einen Wiener eigentlich gar nicht so abwegige Kombination von Rathaus und Oper errichtet hat. Und wer wei\u00df noch um die Vernetzung im sozialen St\u00e4dtebau Wiens und Amsterdams in den 1920iger Jahren? Es war der in Amsterdam lehrende Planologe Professor Faludi, der mit seinen Studien \u00fcber Otto Neurath diese wichtige gemeinsame Vergangenheit aufgearbeitet hat. Neurath, Wiener National\u00f6konom, Soziologe, Philosoph, und, wie er sich selbst nannte, \u201eGesellschaftstechniker\u201c sowie Exponent des \u201eWiener Kreises\u201c, der sich sp\u00e4ter (1934-40) in Holland aufhielt, hat \u00fcbrigens in Den Haag das \u201eMunandeum\u201c gegr\u00fcndet, das ein Institut f\u00fcr die Einheit der Wissenschaften einschlo\u00df.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Schlie\u00dflich erinnerte 1994 das Mondrian-Jahr an die vielf\u00e4ltigen Kontakte der Moderne der zwanziger und drei\u00dfiger Jahre am Beispiel der Wiener Werkst\u00e4tte und der niederl\u00e4ndischen \u201eStijl-Gruppe\u201c um den Maler Piet Mondrian. Im selben Jahr informierte eine Donau-Ausstellung in Ober\u00f6sterreich \u00fcber die Mitwirkung niederl\u00e4ndischer Wasserbauingenieure bei der Donauregulierung, der Ingenieur Vogemonte plante Ende des 17. Jahrhunderts sogar eine Verbindung mit der Moldau. Heute sind Rotterdam und Linz, und mit dieser Verbindung schlie\u00dft sich der Bogen, H\u00e4fen am Rhein-Main-Donau-Kanal, einem durchgehenden europ\u00e4ischen Wasserweg.<\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-size: 14pt;\">Gesellschaft<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Was die \u00d6sterreicherinnen und \u00d6sterreicher an den Niederl\u00e4ndern \u2013 hier meist nur Holl\u00e4nder genannt \u2013 bewundern und sch\u00e4tzen ist ihre Lebensart, oft mit dem Begriff &#8222;gezelligheid&#8220; umschrieben, sie zeichnet sich durch eine Mischung aus Geselligkeit, Entspanntheit und einem starken Gemeinschaftsgef\u00fchl aus und ist gepr\u00e4gt von Toleranz, Liberalismus und Weltoffenheit, aber auch von einem gewissen Individualismus und Pragmatismus. Es ist eine Kultur, die Wert auf Bildung, Arbeit, aber auch auf eine ausgewogene Work-Life-Balance legt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Schon seit Langem st\u00f6\u00dft man in \u00d6sterreich auf Bewunderung f\u00fcr die Niederlande. Es mutet schon fast kurios an, wie Politiker aller Couleurs immer wieder Vorbilder in den Niederlanden entdecken: Privatisierung und flexible Arbeitsverh\u00e4ltnisse die einen, Drogenpolitik oder das Integrationsmodell die Regierung und Opposition gleicherma\u00dfen. Vielleicht liegt das aber daran, da\u00df die Niederlande derzeit wirtschaftlich ein zweites Goldenes Zeitalter zu erleben scheinen und sich der sprichw\u00f6rtliche holl\u00e4ndische Kaufmannsgeist bestens bew\u00e4hrt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Was auch noch gef\u00e4llt, sind Besonderheiten, die es eben nur in den Niederlanden gibt, eine der bekanntesten ist wohl die Elfstedentocht, als bedeutendes kulturelles Ereignis erlebt wird. Die Bedeutung der Elfstedentocht in den Niederlanden ist hoch. Die Elfstedentocht ist nicht nur eine popul\u00e4re reale Veranstaltung, sondern ein nationaler Mythos. Es handelt sich um ein historisches Eisschnelllaufrennen in der Provinz Friesland, das \u00fcber eine 200 Kilometer lange Strecke durch elf friesische St\u00e4dte f\u00fchrt und das bis zu 17.000 L\u00e4ufer und 1,5 Millionen Zuschauer anzieht. Es ist nur m\u00f6glich, wenn die Kan\u00e4le und Fl\u00fcsse ausreichend gefroren sind, um eine sichere Fahrt zu erm\u00f6glichen. Die letzte Elfstedentocht fand im Jahr 1997 statt. Der Rekord f\u00fcr die schnellste Zeit wurde 1985 von Evert van Benthem mit 6 Stunden und 47 Minuten aufgestellt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Mittlerweile sind die Winter aber mild geworden und die Grachten und Kan\u00e4le frieren nicht mehr richtig zu, also mu\u00dfte man sich nach einer Alternative umsehen.\u00a0 Diese liegt seit Jahren in Techendorf am Weissensee in K\u00e4rnten und zieht jedes Jahr an die 5000 Holl\u00e4nder an, die hier ihre Marathon-Wettbewerbe austragen. Ein Erlebnis f\u00fcr alle Beteiligten, egal ob als Sportler, Funktion\u00e4r oder Zuseher, bei dem der Enthusiasmus beide L\u00e4nder gleicherma\u00dfen miteinander verbindet.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_18923\" aria-describedby=\"caption-attachment-18923\" style=\"width: 666px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-18923\" src=\"http:\/\/uncav-vienna.org\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Alternatieve-Elfstedentocht-in-Techendorf-am-Weissensee-Kaernten.png\" alt=\"\" width=\"666\" height=\"444\" srcset=\"https:\/\/uncav-vienna.org\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Alternatieve-Elfstedentocht-in-Techendorf-am-Weissensee-Kaernten.png 666w, https:\/\/uncav-vienna.org\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Alternatieve-Elfstedentocht-in-Techendorf-am-Weissensee-Kaernten-300x200.png 300w\" sizes=\"(max-width: 666px) 100vw, 666px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-18923\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Statue Gerard Van Swieten am Maria Theresien Denkmal in Wien \u00a9 El bes 4.0 International<\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">\u00d6sterreich und die Niederlande, eine vielf\u00e4ltige und intensive Beziehungsgeschichte mit allen H\u00f6hen und Tiefen mit dem Ergebnis einer auf eine friedliche Zukunft ausgerichteten Perspektive und einem Handeln, das dem Wohl aller Menschen dient.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\">Hermann Kroiher, April 2026<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beziehungen \u00d6sterreich \u2013 Niederlande Beide L\u00e4nder werden gepr\u00e4gt von ihrem \u00fcber 500j\u00e4hrigen Beziehungsgef\u00fcge und ihrer langen gemeinsamen und sehr abwechslungsreichen<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":18917,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,6],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/uncav-vienna.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18915"}],"collection":[{"href":"https:\/\/uncav-vienna.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/uncav-vienna.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/uncav-vienna.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/uncav-vienna.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=18915"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/uncav-vienna.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18915\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":18940,"href":"https:\/\/uncav-vienna.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18915\/revisions\/18940"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/uncav-vienna.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/18917"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/uncav-vienna.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=18915"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/uncav-vienna.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=18915"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/uncav-vienna.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=18915"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}