{"id":17701,"date":"2022-09-12T17:40:21","date_gmt":"2022-09-12T17:40:21","guid":{"rendered":"http:\/\/uncav-vienna.org\/?p=17701"},"modified":"2022-10-14T16:09:27","modified_gmt":"2022-10-14T16:09:27","slug":"brasilien-200-jahre-unabhaengigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/uncav-vienna.org\/?p=17701","title":{"rendered":"Brasilien 200 Jahre Unabh\u00e4ngigkeit"},"content":{"rendered":"<p>Brasilien, das gr\u00f6\u00dfte Land S\u00fcdamerikas feiert seine 200j\u00e4hrige Unabh\u00e4ngigkeit vom ehemaligen Vereinigtes K\u00f6nigreich von Portugal, Brasilien und den Algarven. Dieses Jubil\u00e4um ist auch der Anla\u00df f\u00fcr eine Sonderausstellung \u201eBRASILIEN. 200 Jahre Beziehungsgeschichten\u201c von 8. Juni 2022 bis 23. April 2023 in den vier Kabinetten und zwei Sonderausstellungss\u00e4len im Naturhistorischen Museum Wien.<\/p>\n<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-17701 gallery-columns-3 gallery-size-colormag-featured-image'><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/uncav-vienna.org\/?attachment_id=17707'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"445\" src=\"https:\/\/uncav-vienna.org\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Bild-05-800x445.jpg\" class=\"attachment-colormag-featured-image size-colormag-featured-image\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-17707\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-17707'>\n\t\t\t\tHerbarbelege \u00a9 NHM Wien, Christina Rittmannsperger\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/uncav-vienna.org\/?attachment_id=17706'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"445\" src=\"https:\/\/uncav-vienna.org\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Bild-04-1-800x445.jpg\" class=\"attachment-colormag-featured-image size-colormag-featured-image\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-17706\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-17706'>\n\t\t\t\tErzherzogin Leopoldine (Joseph Kreutzinger, um 1815) und Dom Pedro von Portugal (Gianno, 1830) \u00a9 NHM Wien, Christina Rittmannsperger\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/uncav-vienna.org\/?attachment_id=17704'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"445\" src=\"https:\/\/uncav-vienna.org\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Bild-02-1-800x445.jpg\" class=\"attachment-colormag-featured-image size-colormag-featured-image\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-17704\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-17704'>\n\t\t\t\tKulturattach\u00e9 Tom\u00e1s Seferin, Brasilianische Botschaft \u00a9 H.Kroiher\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/uncav-vienna.org\/?attachment_id=17703'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"445\" src=\"https:\/\/uncav-vienna.org\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Bild-01-1-800x445.jpg\" class=\"attachment-colormag-featured-image size-colormag-featured-image\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-17703\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-17703'>\n\t\t\t\tGeneraldirektorin des NHM, Dr.Katrin Vohland bei der Begr\u00fc\u00dfung \u00a9 H.Kroiher\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/uncav-vienna.org\/?attachment_id=17716'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"445\" src=\"https:\/\/uncav-vienna.org\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Bild-03-2-1-800x445.jpg\" class=\"attachment-colormag-featured-image size-colormag-featured-image\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-17716\" srcset=\"https:\/\/uncav-vienna.org\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Bild-03-2-1.jpg 800w, https:\/\/uncav-vienna.org\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Bild-03-2-1-300x167.jpg 300w, https:\/\/uncav-vienna.org\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Bild-03-2-1-768x427.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-17716'>\n\t\t\t\tgro\u00dfes Auditorium \u00a9 H.Kroiher\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure>\n\t\t<\/div>\n\n<p>Am 7.September 2022, also auf den Tag genau an dem vor 200 Jahren die Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung erfolgte, gab es im Naturhistorischen Museum in Wien eine Festveranstaltung mit Vortr\u00e4gen, F\u00fchrungen und Konzerten. Generaldirektorin Dr.Katrin Vohland konnte ein gro\u00dfes Publikum von Interessenten begr\u00fc\u00dfen, Botschaftsr\u00e4tin Anna Leitao von der Portugiesischen Botschaft \u00fcberbrachte eine Gru\u00dfbotschaft und der Kulturattach\u00e9 der Brasilianischen Botschaft, Tom\u00e1s Seferin verwies in seiner Rede auf die positive Entwicklung, die Brasilien in allen Bereichen im Verlaufe der Zeit genommen hatte. Brasilien ist heute ein Vielv\u00f6lkerstaat mit einer reichhaltigen und mannigfaltigen Kultur und weltweit einer der bedeutendsten Wirtschaftspartner.<\/p>\n<p>Prof.Gloria Kaiser, Autorin und Organisatorin von Kulturprojekten wie Iniciativa Cultural Austro-Brasileira referierte zu Themen wie \u201eLeopoldinas Kindheit in Wien und \u00dcberfahrt nach Brasilien\u201c und \u201eDie letzten vier Jahre bis zum Tod\u201c.<\/p>\n<p>Ein geschichtlicher R\u00fcckblick: Brasilien stand nach diesem historischen Ereignis im Focus der Kolonialm\u00e4chte, der Forschungsreisenden und Entdecker. Mit der Hochzeit im Jahr 1817 mit dem portugiesischen Kronprinzen Dom Pedro wird die vierte Tochter von Kaiser Franz I., Erzherzogin Leopoldine von Habsburg, Kaiserin von Brasilien und K\u00f6nigin von Portugal. Dieser historische Zusammenschluss bildet den Ausgangspunkt f\u00fcr eine Ausstellung im Naturhistorischen Museum.<\/p>\n<p>In Wien stattete Kaiser Franz I. (II.) aus Anla\u00df der Verehelichung seiner Tochter Leopoldine eine Expedition unter der obersten Leitung des \u00f6sterreichischen Staatskanzlers Metternich aus, der kein zeitliches Limit gesetzt war. Die letzten der 14 Gelehrten und Maler kehrten erst 18 Jahre sp\u00e4ter nach \u00d6sterreich zur\u00fcck. \u201eDie Naturwunder jenes Feenlandes, worin ein ewiger Fr\u00fchling herrscht,\u201c (Wiener Zeitschrift f\u00fcr Kunst, Literatur, Theater 1817). Die Naturalienkabinette der Hofburg waren bald \u00fcberf\u00fcllt und so wurde 1821 sogar ein eigenes Museum in Wien \u2013 das sogenannte Brasilianum \u2013 er\u00f6ffnet und regten zahlreiche weitere Forschungsreisen nach Brasilien an.<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die faszinierende Vielfalt Brasiliens aus der Perspektive der jahrhundertelangen gemeinsamen Geschichte von Brasilien und \u00d6sterreich mit ihren globalen Wechselwirkungen. Sie l\u00e4\u00dft sich in vielen Bereichen verfolgen, auf der politischen Ebene der gro\u00dfen Handelsabkommen genauso wie bei wissenschaftlichen und kulturellen Kooperationen.<\/p>\n<p>Die Schau bietet aber auch Raum f\u00fcr eine Auseinandersetzung mit den problematischen Aspekten der Brasilien-Beziehungen: Sklavenhandel und Kolonialismus haben bis heute Auswirkungen und unser aller Konsumverhalten tr\u00e4gt zudem ma\u00dfgeblich zur radikalen Ausbeutung der Natur-und Bodensch\u00e4tze bei.<\/p>\n<p>Die zahlreichen Mineralien, Tiere und Pflanzen erlauben aber nicht nur einen Blick auf die wunderbare Flora und Fauna Brasiliens, sondern auch in die Vergangenheit, sie geben Hinweise auf<\/p>\n<p>Arbeitsweisen der Forscher, sind Ausdruck der Verflechtungen \u00d6sterreichs und Brasiliens und nat\u00fcrlich unersetzbares Material f\u00fcr Forschung.<\/p>\n<p>Brasilien kann in vielerlei Hinsicht auf eine ungew\u00f6hnliche Geschichte zur\u00fcckblicken, die nach wie vor stark die Gegenwart des Landes pr\u00e4gt. Mit einem gro\u00dfen Unterschied: Einst war es Portugal, das einen gro\u00dfen Einflu\u00df auf die Geschicke des Landes aus\u00fcbte, heute sind es die weltweiten global player.<\/p>\n<p>Das Land hat mehrmals in seiner Geschichte seine Hauptstadt verlegt und weist aufgrund vieler verschiedener Einwanderungswellen eine der diversesten Bev\u00f6lkerungen der Welt auf. In dessen Nationalflagge findet sich bis heute das habsburgische Goldgelb.<\/p>\n<p>Der Weg der Losl\u00f6sung Brasiliens von der portugiesischen Kolonialmacht war allerdings ungew\u00f6hnlich: 1807, genau einen Tag vor dem Einmarsch von Napoleons Truppen, verlegte die portugiesische K\u00f6nigsfamilie ihre Residenz von Lissabon nach Rio de Janeiro, um von nun an von der \u201eNeuen Welt\u201c aus zu regieren. Von da an h\u00e4tten sich die Machtverh\u00e4ltnisse zwischen Portugal und Brasilien schon etwas umkehrt. Durchgesetzt habe die Unabh\u00e4ngigkeit dann letztendlich der K\u00f6nigssohn, \u201eDom Pedro\u201c, gemeinsam mit seiner Ehefrau, Leopoldine von Habsburg.<\/p>\n<p>Der komplexe Unabh\u00e4ngigkeitsprozess sei daher nicht zuletzt auch eine Familienangelegenheit zwischen dem Sohn in Brasilien und seinem nach Portugal zur\u00fcckgekehrten Vater gewesen, denn schlie\u00dflich habe es sich um einen \u201eKampf gegen den eigenen Vater, den K\u00f6nig, gegen das Parlament in Portugal und Widerst\u00e4nde in Brasilien selbst\u201c gehandelt. Im Vergleich zu vielen anderen lateinamerikanischen Unabh\u00e4ngigkeitsk\u00e4mpfen sei dieser jedoch um einiges unblutiger verlaufen.<\/p>\n<p>In Brasilien kam es in der Folge zu einem Wirtschaftsboom und das Land kam mit Exportfr\u00fcchten zu gro\u00dfem Wohlstand, wobei allerdings nur ein sehr kleiner Teil der Bev\u00f6lkerung vom Reichtum profitierte. Paradoxerweise habe aber dieser Reichtum dazu gef\u00fchrt, da\u00df Brasilien der ehemaligen Kolonialmacht Portugal vor allem in den 1930er bis 70er Jahren immer wieder finanziell unter die Arme greifen mu\u00dfte.<\/p>\n<p>Die USA waren das erste Land, das die Unabh\u00e4ngigkeit Brasiliens anerkannte und die Brasilianer waren sich ihrer Bedeutung als schnell wachsender Wirtschaftspartner sehr wohl bewu\u00dft. Als die USA sp\u00e4ter als imperialistische Macht im fr\u00fchen 20. Jahrhundert zentralamerikanische Staaten \u00f6konomisch unter Druck gesetzt haben, hat sich Brasilien meist auf die Seite der USA geschlagen, sagt dazu die Lateinamerikaprofessorin und Brasilien-Expertin Ursula Prutsch. Das zeige sich etwa auch darin, da\u00df Brasilien als einziges Land Lateinamerikas aktiv mit Truppen am Zweiten Weltkrieg teilgenommen hat \u2013 an der Seite der Alliierten.<\/p>\n<p>Mittlerweile hat sich das Spiel der Kr\u00e4fte verschoben, an die Stelle der USA ist nun China getreten, die Asianten haben die USA auch als f\u00fchrenden Wirtschaftspartner Brasiliens abgel\u00f6st.<\/p>\n<p>Eines ist aber klar: Das portugiesische \u201eordem e progresso\u201c also \u201eOrdnung und Fortschritt\u201c, das die Gr\u00fcnderv\u00e4ter der Republik als Motto auserkoren hatten, gelte auch noch 200 Jahre nach Erreichung der Unabh\u00e4ngigkeit.<\/p>\n<p>Text: Hermann Kroiher<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Brasilien, das gr\u00f6\u00dfte Land S\u00fcdamerikas feiert seine 200j\u00e4hrige Unabh\u00e4ngigkeit vom ehemaligen Vereinigtes K\u00f6nigreich von Portugal, Brasilien und den Algarven. Dieses<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":17716,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4,2],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/uncav-vienna.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17701"}],"collection":[{"href":"https:\/\/uncav-vienna.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/uncav-vienna.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/uncav-vienna.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/uncav-vienna.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=17701"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/uncav-vienna.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17701\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":17717,"href":"https:\/\/uncav-vienna.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17701\/revisions\/17717"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/uncav-vienna.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/17716"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/uncav-vienna.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=17701"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/uncav-vienna.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=17701"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/uncav-vienna.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=17701"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}