{"id":17699,"date":"2022-09-12T17:57:42","date_gmt":"2022-09-12T17:57:42","guid":{"rendered":"http:\/\/uncav-vienna.org\/?p=17699"},"modified":"2022-09-12T17:57:42","modified_gmt":"2022-09-12T17:57:42","slug":"japan-kalligraphie-kunst-in-schoenheit-und-harmonie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/uncav-vienna.org\/?p=17699","title":{"rendered":"Japan Kalligraphie &#8211; Kunst in Sch\u00f6nheit und Harmonie"},"content":{"rendered":"<p>Es gibt viele Assoziationen, die klar Japan zuzuordnen sind und die einfach zum Image des Landes der aufgehenden Sonne geh\u00f6ren: Ikebana, die Kunst des Blumensteckens, die Sumo-Ringer, der heilige Berg Fujiyama, die Teezeremonie, Frauen im Kimono und auch die Kalligraphie, also die Kunst des Sch\u00f6nschreibens ist ein Teil des weltbekannten Images von Japan.<\/p>\n<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-17699 gallery-columns-3 gallery-size-colormag-featured-image'><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/uncav-vienna.org\/?attachment_id=17714'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"445\" src=\"https:\/\/uncav-vienna.org\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Bild-06-800x445.jpg\" class=\"attachment-colormag-featured-image size-colormag-featured-image\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-17714\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-17714'>\n\t\t\t\tKlosterneuburger Stiftswein mit neuem Logo und Etikett\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/uncav-vienna.org\/?attachment_id=17713'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"445\" src=\"https:\/\/uncav-vienna.org\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Bild-05-1-800x445.jpg\" class=\"attachment-colormag-featured-image size-colormag-featured-image\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-17713\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-17713'>\n\t\t\t\tAustellung \u201eJapanische Kalligraphie\u201c im Stift Klosterneuburg\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/uncav-vienna.org\/?attachment_id=17712'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"445\" src=\"https:\/\/uncav-vienna.org\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Bild-04-2-800x445.jpg\" class=\"attachment-colormag-featured-image size-colormag-featured-image\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-17712\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-17712'>\n\t\t\t\tBotschafter Mizutani und Dr.Buhlmann zeigen ihre eben geschaffenen eigenen Werke\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/uncav-vienna.org\/?attachment_id=17710'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"445\" src=\"https:\/\/uncav-vienna.org\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Bild-02-2-800x445.jpg\" class=\"attachment-colormag-featured-image size-colormag-featured-image\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-17710\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-17710'>\n\t\t\t\tJapans Botschafter Akira Mizutani und Kustos Dr.Nicolaus Buhlmann, Stift Klosterneuburg bei der Begr\u00fc\u00dfung\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/uncav-vienna.org\/?attachment_id=17709'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"445\" src=\"https:\/\/uncav-vienna.org\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Bild-01-2-800x445.jpg\" class=\"attachment-colormag-featured-image size-colormag-featured-image\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-17709\" srcset=\"https:\/\/uncav-vienna.org\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Bild-01-2.jpg 800w, https:\/\/uncav-vienna.org\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Bild-01-2-300x167.jpg 300w, https:\/\/uncav-vienna.org\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Bild-01-2-768x427.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-17709'>\n\t\t\t\tFrau Dr.Noriko Brandl\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/uncav-vienna.org\/?attachment_id=17711'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"445\" src=\"https:\/\/uncav-vienna.org\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Bild-03-2-800x445.jpg\" class=\"attachment-colormag-featured-image size-colormag-featured-image\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-17711\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-17711'>\n\t\t\t\tDr.Brandl pr\u00e4sentiert Beispiele japanischer Kalligraphie\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure>\n\t\t<\/div>\n\n<p>Die Kalligraphie, japanisch \u201eshod\u014d\u201c, was w\u00f6rtlich \u201eWeg des Schreibens\u201c oder \u201eWeg der Schrift\u201c bedeutet, geh\u00f6rt zu den traditionellen K\u00fcnste Japans.<\/p>\n<p>\u201eKalligraphie in Zeit und Gesellschaft \u2013 zwischen Japan und \u00d6sterreich\u201c war das Thema eines Vortrages und einer Pr\u00e4sentation, veranstaltet von der Japanischen Botschaft in Wien in Zusammenarbeit mit dem Stift Klosterneuburg am 8.September 2022 in der prunkvollen Bibliothek des Stiftes Klosterneuburg.<\/p>\n<p>Der Ort war mit viel Bedacht gew\u00e4hlt, hat doch Klosterneuburg eine ganz besondere Bedeutung in der mittlerweile mehr als 150j\u00e4hrigen Beziehungsgeschichte zwischen beiden L\u00e4ndern. Nach einem Japan-Besuch des \u00f6sterreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand im Jahr 1893 schickte der japanische Kaiser einen jungen Prinzen auf Gegenbesuch nach Wien. In Wien wurde er begeistert aufgenommen und der Kaiser empfahl ihm den Besuch von Klosterneuburg, dort kredenzte man ihm auch den eigenen Stiftswein. Das sollte zur Tradition werden, noch heute exportiert das Stift den exzellenten Wein an das japanische Kaiserhaus.<\/p>\n<p>Die beiden Veranstalter, S.E. Akira Mizutani, Botschafter Japans und Dr.Nicolaus Buhlmann, Kustos des Stiftes Klosterneuburg, konnten zahlreiche G\u00e4ste aus Diplomatie und Kultur begr\u00fc\u00dfen. Vortragende war Frau Dr. Noriko Brandl, Pr\u00e4sidentin der \u00d6sterreichisch-japanischen Gesellschaft und eine profunde Kennerin der japanischen Kunst und Kultur. Frau Dr.Brandl spannte den Bogen von der Entstehung der japanischen Schrift \u00fcber die Entwicklung und Bedeutung der Kalligraphie bis hin zur Etablierung als Kulturerbe von Weltrang.<\/p>\n<p>Aber was macht eigentlich die Faszination der japanischen Kalligraphie aus? Ein kurzer geschichtlicher R\u00fcckblick:<\/p>\n<p>Da den Japanern ein eigenes Schriftsystem fehlte, wurden die chinesischen Kanji-Schriftzeichen vor circa 1.500 Jahren in die japanische Schrift \u00fcbernommen und adaptiert und bildeten mit den beiden japanischen Silbenalphabeten hiragana und katakana zusammen das komplizierte japanische Schriftsystem.<\/p>\n<p>Japanische Schriftzeichen k\u00f6nnen sowohl in Spalten von oben nach unten geschrieben werden, wobei die Spalten von links anfangen, oder horizontal von links nach rechts wie im Deutschen. Aus diesem Grund mu\u00df man manche B\u00fccher in Japan von rechts aufschlagen, andere von links.<\/p>\n<p>Die Silbe \u201edo\u201c steht im japanischen Kulturkreis stets f\u00fcr einen \u201eWeg\u201c, den jemand im Leben beschreitet und h\u00e4ufig wird damit eine bestimmte T\u00e4tigkeit vorangestellt. Man kennt die Kanji Schriftzeichen, die f\u00fcr die japanische Sprache typisch sind. Sie sind f\u00fcr Japaner aber weit mehr als einfache Buchstaben. Es ist also wenig verwunderlich, da\u00df das Schreiben der Kanji zu einer echten Kunst erhoben wurde.<\/p>\n<p>Die japanische Kalligraphie unterscheidet sich aber nicht nur durch die fremdartigen Kanji-Zeichen von der europ\u00e4ischen Kalligraphie, bei der es heute in erster Linie um eine Sch\u00f6nschrift f\u00fcr besondere Anl\u00e4sse geht. Sie dient als Schriftkunst sogar der Meditation und wird als solche nach exakten Vorgaben durchgef\u00fchrt. Wichtig ist am Ende weniger, da\u00df das Kanji-Schriftzeichen sch\u00f6n aussieht, sondern da\u00df die Ausf\u00fchrung mit den exakt vorgegebenen Bewegungen geschieht. Ein Shodo Meister dr\u00fcckt mit der Kalligraphie Schrift also nicht nur ein Wort oder einen Begriff aus, sondern auch seine geistige Haltung zu dem Zeitpunkt, als er das Kanji Zeichen niederschreibt.<\/p>\n<p>Es geht bei der japanischen Kalligraphie also nicht unbedingt um die Vermittlung einer Botschaft durch die Bedeutung der Schriftzeichen alleine, sondern auch um den Zusammenhang mit der k\u00fcnstlerischen Sch\u00f6pfungskraft, die der Kalligraphie-Schrift zugrunde liegt. Damit auch wirklich der Moment des Schaffens unverf\u00e4lscht festgehalten werden kann, verwendet man im Shodo eigens f\u00fcr diesen Zweck erfundene Kalligraphiepinsel, die in der Regel aus Tierhaaren und einem Griff aus Bambus bestehen und eine entsprechende Tusche, japanisch Sumi genannt, die vor jedem Gebrauch mithilfe eines Tuschereibsteins (Suzuri) angemischt wird. Verwendet wird nur schwarze Tusche, w\u00e4hrend der Namensstempel (hanko) mit roter Stempelfarbe unter die fertige Arbeit gesetzt wird. So wie das Schwert eine Erweiterung des K\u00f6rpers f\u00fcr den Schwertk\u00e4mpfer ist, stellt der Kalligraphie-Pinsel die Erweiterung der Hand im Shodo dar. Einmal zu Papier gebracht, kann eine Bewegung nicht mehr ungeschehen gemacht werden, denn Korrekturen sind weder m\u00f6glich noch vorgesehen. Somit erlangt jeder Strich und jeder Schwung eines Kanji-Zeichen besondere Bedeutung durch die individuellen Noten des Shodo-Meisters.<\/p>\n<p>Von der Kalligraphie soll aber auch eine meditative Wirkung auf den K\u00fcnstler ausgehen. Auch deshalb bevorzugen die meisten Shodo K\u00fcnstler das eigenh\u00e4ndige Anmischen ihrer Sumi-Tusche. Es ist f\u00fcr sie weniger eine Notwendigkeit als vielmehr eine Vorbereitung des Geistes auf die bevorstehende Aufgabe, also die Erschaffung eines einmaligen und ganz besonderen Schriftzeichens auf dem leeren Papier. Au\u00dferdem erm\u00f6glicht das Anmischen dem K\u00fcnstler, seine japanischen Kanji auch von der Konsistenz der Tusche her genauso abzubilden, wie er es sich in diesem Moment w\u00fcnscht. Der Hauptunterschied zur Entwicklung der chinesischen Kalligrafie liegt darin, da\u00df es in Japan keine eigene Schicht von Literaten-Beamten gab und die Kalligrafie stattdessen von H\u00f6flingen in Heian-ky\u014d, von buddhistischen M\u00f6nchen und sp\u00e4ter von Samurai-Beamten praktiziert wurde. Der feingliedrige, pr\u00e4zise Stil der Literaten unterschied sich stark vom impulsiven, minimalistischen Stil der Samurai. Die japanische Kalligrafie ist eng mit den Prinzipien des Zen-Buddhismus verbunden und war als Kunstform in Japan immer hoch angesehen.<\/p>\n<p>Mit ihrer schlichten Sch\u00f6nheit faszinieren die Werke japanischer Kalligrafie immer mehr Menschen auf der ganzen Welt. Die mit tiefschwarzer Tusche auf zartes Japanpapier geschriebenen Schriftzeichen strahlen Ruhe und Harmonie aus. So haben all diese japanischen K\u00fcnste gemeinsam, da\u00df es nicht um das fertige Produkt geht, sondern um den Geisteszustand, der bei deren Aus\u00fcbung erreicht werden soll und dazu z\u00e4hlen Disziplin, Ruhe und Harmonie. Der Schl\u00fcssel zur wahren Kalligraphiekunst sei es, den Geist und die Seele in das Werk einzubringen und mit dem Herzen zu schreiben, sonst ist es bedeutungslos.<\/p>\n<p>Japan hat in jeder Hinsicht viel zu bieten, aber die Kalligraphie \u00fcbt sicher eine ganz besondere Ausstrahlung aus. (Text: Hermann Kroiher)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt viele Assoziationen, die klar Japan zuzuordnen sind und die einfach zum Image des Landes der aufgehenden Sonne geh\u00f6ren:<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":17709,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,6],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/uncav-vienna.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17699"}],"collection":[{"href":"https:\/\/uncav-vienna.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/uncav-vienna.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/uncav-vienna.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/uncav-vienna.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=17699"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/uncav-vienna.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17699\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":17715,"href":"https:\/\/uncav-vienna.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17699\/revisions\/17715"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/uncav-vienna.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/17709"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/uncav-vienna.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=17699"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/uncav-vienna.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=17699"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/uncav-vienna.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=17699"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}